Noch nicht vergessen: Musikkneipen

In den achtziger Jahren gab es sie in jeder noch so kleinen Stadt, und ohne sie wären viele Bands nicht weiter gekommen als zum nächsten Proberaum. Jene verrauchten Musikkneipen, die eine kleine Bühnen hatten, die aber große Stars produzieren konnte.

Bereits in den 60 Jahren hatten sich Musikclubs gründet, der berühmteste in Deutschland war wohl der Star Club, in dem sich die Beatles kennenlernten und erste Auftritte hatten. Mit dem Aufkommen der Discos und dem Bedürfnis nach großen Veranstaltungsräumen ebbte das Interesse an den Kneipen etwas ab. Als aber Rockmusik wieder mehr im Kommen war, erinnerte man sich wieder an die Kneipe um die Ecke und die alte Tradition lebte wieder auf.

In der Regel spielten die Bands dort für eine kleine Gage oder für das was das Eintrittsgeld hergab. Die Gaststätte verdiente am Essens- und Getränkeumsatz. Zuschüsse von der öffentlichen Hand gab es keine, auch wenn man einen wesentlichen Teil der lokalen Kulturarbeit leistete.

Viele der Kneipen, vor allem in den kleineren Städten, mussten irgendwann schließen, weil gerade das junge Publikum andere Interessen hatte und nicht mehr so viel Zeit in Gaststätten verbringen wollte. In den 90er Jahren vollzog sich der Wandel, und seit den 2000er Jahren sind Cafés und Bistros mehr angesagt.

Das bedeutete aber nicht, dass es automatisch einen Mangel an Auftrittsmöglichkeiten gab. Bald erkannten auch die Cafés, dass eine Band durchaus in den Abendstunden Umsatz bringen kann und boten entsprechend Platz und Zeit an. So öffneten sich aber auch anderen Formen der Darbietung, gerade im Bereich Kleinkunst gab es einen wahren Boom.

Sogar Restaurants begannen, zumindest unregelmäßig Künstler einzuladen, um zum einen mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, zum anderen auch um den Gästen etwas Neues und Ungewöhnliches bieten zu können.

Noch heute sind solche Gaststätten, Kneipen und Cafés ein wesentlicher Bestandteil der Kulturszene einer Stadt und zeigen, dass auch mit Privatinitiative Kultur einen Raum bekommen kann.